Ein paar praktische Hinweise zum Sprachgebrauch    

 

Wie heißt die Ursprungsbevölkerung Nordeuropas auf Deutsch? Was ist Lappland? Was ist Sápmi? Was ist Skandinavien? Was ist der Norden?


  

Übersicht über   die Bezeichnung der Ursprungsbevölkerung Nordeuropas

in verschiedenen Sprachen

      

Samische Sprachen

  



  

Nordsamisch

 


  

sápmelaččat


 


Skoltsamisch

  
  

säʹmmlaž

  


 


Lulesamisch

  
  

Samek

  


  

Pitesamisch

  
  

Sáme

  


  

Umesamisch

  
  

Sámit

  


  

Südsamisch

  
  

Saemie

  


      

Andere Finnougrische Sprachen

  



  

Finnisch

  
  

Saamelaisten

  


  

Ungarisch

  
  

Számik

  


  

Estnisch

  
  

Saamid

  


      

Indoeuropäische Beispiele

  

 


  

Norwegisch

  
  

Samene

  

 

  

Schwedisch

  
  

Samerna

  

 

  

Dänisch

  
  

Samer

  

 

  

Deutsch

  
  

Samen

  

 

  

Englisch

  
  

Saami

  

 

  

Niederländisch

  
  

Saamen

  

 

  

Französisch

  
  

les sames

  

 

  

Spanisch

  
  

los samis

  

 

  

Russisch

  
  

саам

  

 

 

Sápmi und die Samen - das Land und das Volk

Über die deutsche Bezeichnung für die Ursprungsbevölkerung Nordeuropas siehe weiter unten auf dieser Seite.



Norden: Ísland, Danmark, Suomi/Finnland, Norge, Sverige sowie Færøerne, Grønland und Åland sind "Die Nordischen Länder", Nordiska Ländorna, oder kurz in der bestimmten Form Singular: Norden (Finnisch: Pohjola). Der Norden – kulturell, politisch und wirtschaftlich zusammen geschlossen als Nordiska Rådet (der Nordische Rat), gebildet 1952.

 

Skandinavien, das ist die Halbinsel im Norden Europas, auf der die Staaten Norwegen und Schweden liegen, benannt nach dem sich über die ganze Länge hinziehenden Gebirge, die Skanden. (Geologisch das gleiche Gebirge, wie die schottischen Highlands.)


Mitunter möchte man auch Dänemark zu Skandinavien rechnen, wegen der historischen und kulturellen Gemeinsamkeiten. Aber dann müsste man konsequent auch Schleswig als zu Skandinavien gehörig bezeichnen (wenn nicht sogar die ganze Kimbrische Halbinsel bis zur Elbe, wonach dann der nordelbische Teil Hamburgs "Skandinavien" wäre).

 

Fennoskandien (Fennoskandischer Schild), das ist eine zusammenfassende Bezeichnung für die skandinavische Halbinsel, Finnland, Karelien und die Kolahalbinsel.  

 

Lappmarken, Finnmarken: Seit ungefähr dem neunten Jahrhundert war die Region, die wir heute "Sápmi" nennen, bekannt unter der Bezeichnung "Finnmarken". Für die Vikingarzeit um 900 u. Z. entnehmen wir den Sagas (besonders der Egils-Saga und der Heimskringla) für die Nordkalotte von Westen nach Osten die Bezeichnungen Halogaland, Finnmörk, Kvenland, Kirjalaland und Bjarmaland.


Ab ungefähr dem 13. Jahrhundert  erscheinen im Altschwedisch die Worte "lappa mark" und "lapmark" und man sagte damals im Schwedischen "lappar" zu den Samen, während man in Norwegen "finne" sagte, was noch in im Wort Finnmark weiterlebt. Beide Bezeichnungen wurden parallel benutzt und noch bis ins 17. Jahrhundert sprach man auch in Schweden von "finnvaror" und "finnhandel" (Finnenwaren, Finnenhandel), wenn man Pelze, getrockneten Fisch, Flussperlen, Falken und so weiter meinte.  

 

Die Carta Marina des Olaus Magnus von 1539 wurde aus neun einzelnen Platten gedruckt und die Blätter in der Größe von je 56 cm X 42cm wurden auf textilen Untergrund geklebt und so zu einer Karte von 125 cm X170 cm Größe zusammengefügt. Die Einzelblätter sind nach großen Buchstaben geordnet und innerhalb jedes Blattes sind die Erklärungen in der zugehörigen „Kurze(n) Auslegung und Erklärung der neuen Karte des alten Gotenreiches und anderer Länder des Nordens“ mit kleinen Buchstaben gekennzeichnet.

 

Zur zweiten Tafel beginnen die Erklärungen mit den Worten: „B wird in eine Reihe kleiner Buchstaben unterteilt und umfasst vor allem zwei große Länder; Finnmarken, das zu Norwegen, und Westlappland, das zu Schweden gehört.“ Auf der Karte sind eingetragen „FINNMARCHIA“ und „LAPPIA OCCIDENTALIS“.

 

Die Erläuterungen der dritten Tafel beginnen: „C Unter diesem Buchstaben werden drei große Länder angezeigt, Scicfinnien, Biarmien und Lappland.“ Auf der Karte sind das „SCRICFINIA“, „BIARMIA“ und „LAPPIA ORIENTALIS“.

 

Südlich schließen sich auf den Tafeln E und F „BOTNIA OCCIDENTALIS“ auf der heute schwedischen Seite und „BOTNIA ORIENTALIS“ und „CARELIA“ auf der heute finnischen Seite an.

 

In meinem Exemplar der Carta Marina finden sich unter all‘ den vielen Ortsnamen und anderen Angaben auf der Karte etwas südlich der gedachten Linie „Troms“–„Chalis“ die Eintragungen „Domus Birkarorum“, ,„Berkara“ und „Qvenar“. In die Karte sind zudem finnische und schwedische Händler eingezeichnet, nämlich „Birkarla“ und „Kväner“ (finnisch Kainulaiset).

 

Bei Herder lesen wir: „Es ist ungewiß, wie weit hinab die Lappen und Finnen einst in Norwegen und Schweden gewohnt haben; das aber ist sicher, daß sie von den Skandischen Deutschen immer höher hinauf bis an den nordischen Rand getrieben sind, den sie noch itzt inne haben.“ J. G. Herder – Stimmen der Völker in Liedern. Zwei Teile 1778/79

 

Von "Rassenbiologen" (Ernst Häckel: "Natürliche Schöpfungsgeschichte", 1868), zu denen auch Rudof Virchow gehörte, wurden mit Beginn des 20. Jahrhunderts schiksalsschwere Vorstellungen über den "Wert" der "Rassen" etabliert, aus denen dann "wissenschaftlich begründete" Diskriminierungen und Maßnahmen hergeleitet wurden wie Zwangssterilisierung (die im Norden neben den Samen auch andere Minderheiten trafen wie Juden, Tornedalsfinnen und Behinderte; s. auch: Runcis, Maija: "Steriliseringar i folkhemmet", Södertälje, 1998). Das Wort "Lappe" wurde zum Schimpf- und Schandewort. (Im Deutschen: sing. ein Lappe, pl. die Lappen.)  

 

Neue Sprachregelung - Spätestens in den frühen achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann sich eine dem Wunsch der Samen folgende andere Sparachregelung durchzusetzen. Im Nordsamischen heißen die Samen sápmelaš, Plural sápmelaččat. Im Lulesamischen heißen die Ureinwohner Sápmis singular sabme, Plural samek. Heute benutzen wir im Deutschen sing. "der Same" / "die Samin", Pl."die Samen" / "die Saminnen", so abgeleitet aus den norwegischen und schwedischen Bezeichnungen (Sing.: same, Pl.: samer, bestimmte Form Plural (die Samen): samene bzw. samerna).  

 

- Siehe ausführlichen Artikel weiter unten

 

Eine Ableitung aus einer der samischen Sprachen oder dem Finnischen ins Deutsche als Singular: "Sami", Plural: "Sami“ wäre falsch, da Finnisch und die samischen Sprachen keine indogermanischen Sprachen sind und ganz anderen linguistischen Gesetzmäßigkeiten folgen (wir sagen ja auch nicht „Däni“, "Afrikani", "Poli" „Schweizi“ oder „Schwedi“).  

 

Im anglo-amerikanischen Sprachraum hat sich allerdings als Bezeichnung für die Samen eine aus dem nordsamischen Adjektiv "sami" abgeleitete Substantivform "the sami people" entwickelt,  "das samische Volk", verkürzt zu "the sami". Vergl. zum Beispiel Nordsamisch "Internašunála Sámi Filmaguovddáš", Englisch "International Sami Film Centre", Deutsch "Internationales samisches Filmzentrum" (mit Sitz in Guovdageaidnu / Kautokeino) oder "Sámi Duodji", Englisch "sami handycraft", Deutsch "samisches Handwerk". Eine solche Adaption verbietet sich eigentlich auch für das Englische, da die samischen  Sprachen ebenso wie das Finnische, keine indoeuropäischen Sprachen  sind.

 

Sápmi, ist das Siedlungsgebiet der Samen, der einzigen Ursprungsbevölkerung Europas im Sinne der UNO-Konvention ILO 169. Es umfasst die nördlichsten Teile Norwegens, Schwedens, Finnlands und der russischen Kola-Halbinsel. Die Samen geben als südlichsten Siedlungspunkt Röörovse/Røros in Ostnorwegen an. An der Westküste Norwegens beginnt Sápmi etwa bei Tronte/ Trondheim. Im Inland verläuft die gedachte Grenze über Jämtland/Härjedalen, Ååren/Åre, Staara/Östersund, Älvdalen und an der Ostseeküste von Södermamn über Sundsvall, Orrestaare/Örnsköldsvik und Ubmej/Umeå an der Ostseeküste nordostwärts bis nach Haparanda. Die Samen betrachten die Ostseeküste entlang des Bottnischen Meerbusens von Söderhamn in Schweden über Luleå, Haparanda und Tornio in Finnland als samisches Gebiet. Über Kemi und Kuusamo wird der Nordteil der Halbinsel Kola erreicht. Die Eismeerküste, Kirkenes in Nordnorwegen, das Nordkap, die Küste zwischen Romsa/Tromsø und Tronte/Trondheim sind samische Siedlungsgebiete.

 

Lappland ist, erstens, die schwedische Landschaft „Lappland“ (die nördlichste der 24 landskap) und, zweitens, die finnische Landschaft (maakunta) "Lappi", seit 2009 nahezu identisch mit der finnischen Provinz „Lapin Lääni“ (das nördlichste der zwölf lääni); manchmal zur Unterscheidung "schwedisch Lappland" und "Finnisch Lappland" (Suomen Lappi) gennannt. Auf der Carta Marina von 1539 als „Lappia occidentalis“ und „Lappia orientalis“ bezeichnet. In Norwegen gibt es kein „Lappland“; die alten Norweger, z. B. die Vikinger, nannten die Bewohner des Nordens „Finnen“ und deshalb heißt es in Nordnorwegen auf der Carta Marina von 1539 "Finmarchia" und auch heute noch „Finnmarken“ und „Finnmarks Fylke“. 

 

Samisches Verwaltungsgebiet: In den vier beteiligten Staaten sind gesetzlich die Rechte der samischen Urbevölkerung geregelt und in diesen Regelungen ist auch jeweils festgelegt, welche Kommunen „samisk förvaltningsområde(samisches Verwaltungsgebiet) sind; in Schweden zum Beispiel im Gesetz über nationale Minderheiten und Minderheitensprachen „Lag (2009:724) om nationella minoriteter och minoritetsspråk“. Dessen § 6 regelt, dass ”Med förvaltningsområdet . . . för samiska avses kommunerna Arjeplog, Arvidsjaur, Berg, Gällivare, Härjedalen, Jokkmokk, Kiruna, Lycksele, Malå, Sorsele, Storuman, Strömsund, Umeå, Vilhelmina, Åre, Älvdalen och Östersund.” Diese Gemeinden sind also "samisches Verwaltungsgebiet" im Sinne des schwedischen Rechts.

 

Die Renwirtschaft in Norwegen  ist geregelt im LOV 2007-06-15 nr 40: Lov om  reindrift, reindriftsloven  (Renwirtschaftsgesetz). Die schwedischen Reneigner sind  nach dem Rennäringslag (Renwirtschaftsgesetz) von 1971 in 51  Wirtschaftsgemeinschaften (samebyar) organisiert.  In Finnland gilt das Poronhoitolaki  von 1990 (Gesetz über Renhaltung).

     

Der deutsche Name der Ursprungsbevölkerung Nordeuropas ist

„die Samen“, Singular „ein Same“

 

„Die Samen“ (Singular ein Same) ist die nunmehr etablierte deutsche Bezeichnung der in Norwegen, Schweden, Finnland und auf der zu Russland gehörenden Kolahalbinsel lebenden Ursprungsbevölkerung Nordeuropas.  Die Samen selbst nennen ihr Siedlungsgebiet Sápmi.


Im Folgenden möchte ich darstellen, warum das so ist, und zwar aus formalen wie sachlichen Gründen und ob es Alternativen gäbe, zum Beispiel eine Benennung der Ursprungsbevölkerung nach einer Eigenbezeichnung.


Sápmi lea namma sápmelaččaid árbevirolaš guovllus. Sápmi-sátni gávdno buot sámi suop­maniin. Dat vuolgá dan namas maid sámit ieža geavahit alcceseaset, sámit dahje sápme­­ laččat. Ovdalaš áigge gohčoduvvojedje sápmelaččat iešguđetlágan namahusaiguin eará gielain, nu go «lapper» dahje «finner» dárogillii, «lappar» ruoŧagillii ja «lappalaiset» suoma­ gillii.

 

(Sápmi ist der Name des traditionellen samischen Gebietes. Das Wort Sápmi gibt es in allen samischen Dialekten. Der Name ist abgeleitet von dem Namen, den die Samen selbst auf sich selbst anwenden, „sámit“ oder „sapmelaččat“.  Früher wurden die Samen in anderen Sprachen mit verschiedenen Bezeichnungen genannt, wie ”Lapper” oder ”Finner” auf Norwegisch, ”Lappar“ auf Schwedisch, „Lappalaisset“ auf Finnisch.)

    


 

1. Formal

 

1.1 Amtliche Regeln

Die deutsche Rechtschreibung ist nachzuschlagen in den Werken, deren Herausgeber sich an die amtlichen Regeln der Deutschen Rechtschreibung halten, zum Beispiel im „Wahrig – Deutsches Wörterbuch“ oder im „Duden – Die deutsche Rechtschreibung“. Die geltende Regelung ist niedergelegt im amtlichen Regelwerk vom Februar 2006; sie trat zum 1. August 2006 in Kraft, einige Nachträge sind aus dem Jahre 2010.

 

Die amtliche Rechtschreibung gibt für die Ursprungsbevölkerung Nordeuropas das Wort

 

"Same, der

Wortart: Substantiv, maskulin

Betonung: Same

der Same; Genitiv: des Samen, Plural: die Samen"

 

Die Ursprungsbevölkerung Nordeuropas heißt also im Deutschen „die Samen“, Singular „ein Same“. Die amtliche Sprachregelung enthält kein Schlagwort „Sami“ und auch nicht „Saami“; dies sind keine deutschen Wörter.

 

Formal ist die Frage damit beantwortet, denn das ist keine „Empfehlung“ des Duden, sondern das ist verbindliche deutsche Rechtschreibung. Behörden, Schulen, Gerichte, Universitäten und der gesamte öffentliche Bereich sind an diese Rechtschreibung gebunden und Wissenschaftler, Journalisten, Verfasser und Verleger von Büchern, Autoren von Zeitungsartikel oder Broschüren für die Touristik und alle anderen halten sich an das amtliche Regelwerk. Vergl. beispielhaft den jeweiligen § 23 Abs. 1 des Bundesverwaltungsverfahrensgesetzes und der Verwaltungsverfahrensgesetze der Länder Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen u. a.

 

1.2 Graphem-Phonem-Korrespondenz

Mit dem „Rat für die deutsche Rechtschreibung“ wäre allerdings zu diskutieren, ob die Schreibweise „Same/Samen“ den Graphem-Phonem-Korrespondenzregeln des Deutschen gerecht wird. Der wie ein accent aigu aussehende kleine Strich über dem a in den samischen Worten Sápmi, sápmelaš, sábme u.s.w., die den Ableitungen in andere Sprachen zugrunde liegen, ist kein diakritisches Zeichen zur Angabe des Akzents (des Drucks, der in den samischen Sprachen immer auf der ersten Silbe liegt), sondern  Á und á sindt Sonderzeichen im nordsamischen Alphabet und in der samischen Orthografie Zeichen für ein langgesprochenes A / a, also wie „aa“ im Finnischen und wie Saal und Haare im Deutschen. Andererseits wird die Länge von A / a (wie auch e und o) im Deutschen nur in einer kleinen Gruppe von Wörtern durch Verdoppelung kodiert, sodass die Schreibweise mit einfachem a durchaus auch Regelkonform ist; vgl. Hase und Blase. (Für Leser, die die Historie eines möglichen Wortes „Saame“ nicht kennen, birgt diese Schreibweise die Gefahr der falschen Aussprache als „Sa-Ame“.)

 

2. Sachlich

 

Die formale Regelung muss und kann sachlich begründet werden.

 

2.1 Historisch

Seit ungefähr dem neunten Jahrhundert war die Region, die wir heute "Sápmi" nennen, bekannt unter der Bezeichnung "Finnmarken". Ab ungefähr dem 13. Jahrhundert  erscheinen im Altschwedisch die Worte "lappa mark" und "lapmark" und man sagte damals im Schwedischen "lappar" zu den Samen, während man in Norwegen "finne" sagte, wie es noch in dem Wort Finnmark weiterlebt. Beide Bezeichnungen wurden parallel benutzt und noch bis ins 17. Jahrhundert sprach man auch in Schweden von "finnvaror" und "finnhandel" (Finnenwaren, Finnenhandel), wenn man Pelze, getrockneten Fisch und so weiter meinte.

 

Die Carta Marina des Olaus Magnus von 1539 benennt den Westen Fennoskandiens als „FINNMARCHIA“ und „LAPPIA OCCIDENTALIS“ und den Osten als „LAPPIA ORIENTALIS“.

 

Dem „Lexicon Lapponicum Latino-Suecanum“ von 1780 entnehmen wir

 

„Same – gens Lapponica – Lappfolk“ und

„Samelats – Lappo – Lapp”

 

Im deutschen Sprachraum war „Lappe“ gebräuchlich.

 

Neben „Lappar“ und „finnar“ wurde immer auch "samefolket" und "samespråk" (in deutschen Übersetzungen "Samenvolk" und "Samensprache") benutzt, als Ableitung aus den Eigenbezeichnungend der Samen (vergl. beispielhaft Nordsamisch sápmelaš, Plural sápmelaččat und Lulesamisch sabme, Plural samek).

 

Die Abkehr von der Verwendung des Wortes „Lappen“ beschleunigte sich in den 1970er und den frühen 1980er Jahren rasant, einhergehend mit dem Erstarken des Nationalbewusstseins der Samen und dem Kampf für ihre Rechte als indigenes Volk. Zum Beispiel im Raum Jokkmokk (dem Gebiet, in dem ursprünglich Lulesamisch gesprochen wurde, in den aber durch die Zwangsumsiedlung von Samen aus dem Norden das Nordsamische eingewandert ist) etablierte sich als Eigenbezeichnung des Volkes im Lulesamischen „sabme“, Plural „samek“ und im Nordsamischen „sápmelaš“, Plural „sápmelaččat“ sowie „Sápmi (oder „Sáme Aetnam“) als Bezeichnung des Siedlungsgebietes.

 

Aus den Eigenbezeichnungen der Samen für ihr Volk leiten sich die norwegischen, schwedischen, und finnischen Namen für die Ursprungsbevölkerung Nordeuropas ab, nämlich

 
  

     

  
  

  Norwegisch  

  
  

  Schwedisch  

  
  

  Finnisch  

  
  

  infinit   Singular  

  
  

  en   same  

  
  

  en   same  

  
  

  saamelainen

  
  

  infinit   Plural  

  
  

  to   samer  

  
  

två    samer  

  
  

saamelaiset

  
  

  finitete   Form Singular  

  
  

  samen  

  
  

  samen     

  

       

  

  finitete   Form Plural  

  
  

  samene  

  
  

  samerna  

  

       

 

Aus den dem Deutschen eng verwandten Nordischen Sprachen Norwegisch und Schwedisch leiten wir die deutsche Bezeichnung für die Ursprungsbevölkerung des Nordens ab.

 

(„Mina vänner är samer. Samerna är Nordens ursprungsbefolkning“ =Meine Freunde sind Samen. Die Samen sind die Ursprungsbevölkerung des Nordens“)

 

Als einige frühe Beispiele für den Übergang vom Lappen zum Samen im deutschen Sprachgebrauch erwähne ich die 1923 erschienene deutsche Ausgabe von „Skouluk-Andaras – Berichte aus Lappland“ von Carl Schøen, aus dem Norwegischen von J. Sandmeier, Eugen Diederichs Verlag Jena, mit „Same-Volk“ im Text sowie die 1950 publizierte deutsche Übersetzung von Ernst Mankers „Menschen und Götter in Lappland“, übersetzt von Edzard Schaper, Morgarten-Verlag Conzett & Huber, Zürich, mit „die Samen“ als Alternativbezeichnung für „die Lappen“. 1973 erschien in der DDR Alfred Otto Schwedes „Lappländisches Tagebuch“, Evangelische Verlagsanstalt GmbH, Berlin (DDR), mit den Schilderungen seiner Begegnungen mit den „Samen“ an der schwedisch-finnischen Grenze. 1977 übernahm auch „Meyers Enzyklopädisches Lexikon in 25 Bänden“ die neue Benennung der Lappen unter den Stichworten „Samen – Name der Lappen in Norwegen und Schweden“ sowie „Samek – Eigenbezeichnung der Lappen“ ins Deutsche.

 

Spätestens in den 1980er Jahren war die Verwendung von „die Samen“ anstelle von „die Lappen“ auch im deutschsprachigen Raum allgemein etabliert.


Vergl. einige wenige Beispiele, ausgewählt aus verschiedenen Jahren, Genres und Medien


·          „Die Samen – Identität und Identitätskriterien“, Israel Ruong, übersetzt von Katharina Hüser, Ájtte, Svenskt Fjäll- och Samemuseum, Jokkmokk, 1985

·          „Ein samisches Kryptogramm“, Per Olaf Sundman, in Trajekt 6/1986, Otava, Klett-Cotta, Helsinki, Stuttgart, 1986

·          „Schamanen – Ekstase und Jenseitssymbolik“, Alfred Stolz, DuMont, Köln, 1988

·          „Valdemar Lindholm – Märchen und Sagen aus Lappland“, übersetzt von Sybille Bludau-Ebelt, Reclam, Leipzig, 1989

·          Brockhaus-Enzyklobädie, Band 19, Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, Mannheim 1992

·          „Sápmi, Kunsthandwerk des samischen Volkes“ im Schloss Charlottenburg (Berlin), Rede des Politischen Beraters Steinar Petersen zur Eröffnung am 28. 06. 1993

·          „Die Samen, Volk der Sonne und des Windes“, Sunna Kuoljok, John-Erling Utsi, Ájtte, Svenskt Fjäll- och Samemuseum, Jokkmokk, 1995

·          „Samen“, Doris Stockmann, in: Finscher, Ludwig (Hrsg.) „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“, Bärenreiter/Metzler, Kassel/Stuttgart 1998

·          Zeitschrift der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. Nr. 90 - Mai 1998

·          „Hirtenkulturen im Norden Europas“, Vorlesung von Prof. Dr. Hans-Joachim Paproth, Institut für Ethnologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, Sommersemester 2001

·          „Sápmi – das Land der Fischer, Jäger und Rentierzüchter“, Begleitheft zur Ausstellung des Archäologischen Landesmuseums Schleswig-Holstein, Schleswig, 2001

·          „Die Zeit der Trommeln: Trommel und Religion der Samen“, von A. Westmann, J. E. Utsi, I. Feldbinder, übersetzt von Irmtraud Feldbinder,  Ájtte, Svenskt Fjäll- och Samemuseum, Jokkmokk, 2001

·          „Die Entdeckung Lapplands. Die Forschungsreisen Carl von Linnes und Pierre Louis Moreau des Maupertuis in den 1730er Jahren“, Florian Wagner, Books on Demand, 2004

·          „Sprachen verschwinden“ von Robin Dittwald, Katharina Haude, Silvia Kutscher et. al., Gesellschaft für bedrohte Sprachen, Köln, 2007

·          „Die Samen der Kolahalbinsel - Über das Leben einer ethnischen Minderheit in der Sowjetunion“, Lukas Allemanns, Peter Lang GmbH, Frankfurt am Main, 2010

·          „Das ist Schweden“ von Emma Randecker und Rikard Lagerberg, übersetzt von Stefanie Busam Golay, Svenska Institutet, Stockholm, 2011

·          „Tatsachen: Samen in Schweden – Altes Volk mit der Arktis als Heimat“, Informationsbroschüre TS 23 des Svenska Institutet (Schwedisches Institut), November 2011

·          „Der Lappenkönig und die russischen Tschuden“, in „Märchen aus Lappland“, übersetzt von J. C. Poestion, Kindle Edition, Jazzybee Verlag, 2012

·          Björnfesten - Das Bärenfest – Ein traditionelles samisches Zeremoniell“, Film nach dem Gemälde von Ossian Elgström, deutsche Version, Norrbottens Länsmuseum, Luleå, 2012

·          „Die kulturelle Identität der Samen. Selbst- und Fremdwahrnehmung“, Fabienne Diergardt, Bachelorarbeit, Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin, 2013

·          „Der Krieg in Lappland (1941-1945) als geteilte Erinnerungslandschaft“, Sirpa Ruoho, Books on Demand, 2013

·          „Tatsachen: Samen in Schweden – Erhalt indigener Kultur in der Arktis“, Informationsbroschüre TS 23, des Svenska Institutet (Schwedisches Institut), Februar 2014

·          „Nomadeblod – Zeit-Raum-Dynamiken in frühen Texten von Knud Rasmussen“, Hanna Eglinger in „Mobiler Norden – Mobilität aus skandinavistischer Perspektive“, herausgegeben von Antje Wischmann, Rombach Verlag, Freiburg i. Br., Berlin, Wien, 2014

·          „Der Traum, der wachsen muss“, Roger Willemsen, in Süddeutsche Zeitung-Magazin vom 16. 05. 2014

·          „Wie aus den Lappen die Samen wurden“, Martin Woker, Neue Züricher Zeitung vom 31.10.2014

·          „Die Hüter der Tundra“, Film von René Harder, W-film Distribution, Köln, 2015

·          „Unabhängigkeit!: Separatisten verändern die Welt“, Marc Engelhardt, Ch. Links Verlag, 2015

·          „Bärenkult und Schamanenzauber. Rituale früher Jäger“, Begleitbuch zur Ausstellung des Archäologischen Museums Frankfurt/M., Verlag Schnell & Steiner Regensburg, 2015, (benutzt „die Saamen“; s. o.)

·          „6. Februar – Nationalfeiertag der Samen“, Schwedische Botschaft in Berlin, 05. Februar 2016,  http://www.swedenabroad.com/de-DE/Embassies/Berlin/Aktuelles--Veranstaltungen/Aktuelles/6-Februar--Nationalfeiertag-der-Samen-sys/


Ethnologen, Religionswissenschaftler, Übersetzer von Sachbüchern und Romanen, das Schwedische Fjäll- och Samenmuseum Ájtte in Jokkmokk, das Svenska Institutet (SI), die Schwedische Botschaft in Deutschland, Journalisten, Reiseveranstalter und viele andere benutzen heute in ihren deutschsprachigen Publikationen ganz richtig "die Samen", aber es halten sich vereinzelt noch immer falsche Varianten und es bleibt herauszufinden, wo diese Fehler herrühren oder ob es doch schlüssige Begründungen für andere Benennungen wie „Sami“ und „Saami“ geben könnte. 

 

2.2 Linguistisch

 

In der deutschen Sprache sind die Worte „Sami“ und „Saami“ als Bezeichnung für das Volk der Samen und für seine Angehörigen nicht bildbar. Wir bilden im Deutschen die Namen für fremde Völker und deren Angehörige nach den linguistischen Regelmäßigkeiten unserer indoeuropäischen deutschen Sprache. Die samischen Sprachen sind (ebenso wie das mit ihnen verwandte Finnisch) keine indoeuropäischen, sondern finno-ugrische Sprachen. Wir haben im Falle der Samen als Ausgangsform die Entsprechungen in den nordgermanischen Sprachen Norwegisch und Schwedisch zur Verfügung, (in deren Sprachgebiet die meisten Samen leben). Die Form "same" (ohne –i) ist beispielsweise schon seit Jahrhunderten in der Sprache und der offiziellen Rechtschreibung des mit dem Deutschen sprachgeschichtlich verwandten Norwegisch fest etabliert, eben aufgrund lautlicher Regeln, die auch für modernes Deutsch gelten.  

 

Der Druckakzent auf der ersten Silbe der Wörter ist kennzeichnend für alle germanischen Sprachen. (mit Ausnahmen der druckschwachen Präfixe be-, ge-, ver- usw., und der Substantive auf langem -í, das im Nhdt. zu -ei geworden ist, z.B. meieri / Meierei). Auch die samischen Worte "sábme" und „sápmelaš“  haben eine deutlich druckstarke erste Silbe. Genau wie die norwegischen und schwedischen Wörter „same“.

 

Sowohl in prähistorischer wie auch in historischer Zeit hat in allen germanischen Sprachen dieser Druckakzent am Anfang der Wörter stark dazu beigetragen, dass die darauffolgenden druckschwachen Silben der Wörter lautlich ständig geschwächt wurden. Während in den älteren belegten germanischen Sprachen (Altniederdeutsch, Althochdeutsch, Altoberdeutsch, Altnorwegisch, Altschwedisch, Altenglisch) die druckschwachen Endungen noch gefärbte Vokale aufwiesen, wurden diese ungefähr zwischen 1000 u.Z. (in Deutschland) und 1350 u. Z. (in Norwegen und Dänemark) immer mehr reduziert. Wir sagen nicht mehr berun, sondern Bären, nicht mehr werthan, sondern werden, nicht mehr erthu, sondern Erde, kalbir wurde zu Kälber, húsir zu Häuser, vona themo zu von dem, gigngan zu gegangen. Im gesprochenen Deutsch wird dies sogar noch einmal reduziert, wenn wir sagen tragn“ statt tragen, „gehn“ statt gehen, essn“ statt essen. (oder auch: "Sie isst kein Fisch.")

 

In den nordischen Sprachen haben sich druckschwache, gefärbte Vokale im Dänischen am wenigsten erhalten (wie im Deutschen sind sie dort verschwunden), dann folgt die norwegische Mundart im Raum Oslo (einige a-Endungen sind erhalten), dem nächst das Schwedische (Endungen auf -a und –o sind erhalten, aber auch die Schweden sagen schon lange nicht mehr „landit“, sondern "landet" und sprechen das t im Auslaut nicht mit), und endlich einige norwegische Mundarten, wo man auch bis heute einige der alten a-, o- und i-Endungen behalten hat.

 

Die druckschwachen Endungen von Substantiven auf ehemals -i enden also im Deutschen spätestens ab dem Mittelalter alle auf –e; wir sagen nicht mehr „langi“, sondern „Länge“. Im Deutschen kann es also nicht „Sami“ heißen. Im Deutschen muss es „ein Same“ und „die Samen“ heißen.

 

Auch mit der Aussprache des Wortes „Same“ bzw. „die Samen“ gibt es keine Probleme. Wer aus fremden Sprachen Worte wie „Safe“, „Salär“,“ Salespromotion“, „Sampler“, „Server“ oder „Service“ übernimmt und  als deutsche Wörter benutzt, spricht auch in diesen Fällen das S im Anlaut stimmlos, und dass der Druck auf der ersten Silbe liegt, ist gemeingermanisch.

 

Die Deutschen sagen, "Franzose", "Schwede", "Russe", "Schotte" usw. und es gibt keinen Grund, es in Bezug auf die Samen anders zu machen.  Es gibt keine Veranlassung dafür. Wir kennen allerdings auch die Formen "Spanier", "Italiener", "Norweger", "Engländer" und 1923 schrieb Leo Frobenius (bekannt durch seine „Kulturkreislehre“) in seinem Geleit zur deutschen Ausgabe von Carl Schøyens „Tre stammers møte: av Skouluk-Andaras beretninger“ (Gyldendal, 1918): „ . . . im Brausen der unendlichen Forste, durch die die Samer im Wechsel der Jahreszeiten ihre Wanderungen legen.“ („Skouluk-Andaras Berichte aus Lappland“, Eugen Diederichs Verlag, 1923). (Im norwegischen Original wird übrigens vielfach neben „lappene“, auch „Samefolk“ und „samespråk“ verwendet.)

 

3. Gibt es Alternativen?

 

Auch in Finnland leben Samen – wenn auch sehr viel weniger, als jeweils in Norwegen und Schweden – und es kann in Betracht gezogen werden, für den deutschen Sprachraum eine Bezeichnung für die Samen aus dem Finnischen abzuleiten. Mitunter wird die Vorstellung gehegt, es wäre angemessen, eine „Eigenbezeichnung“ der Samen zum Ausgang für die Bildung einer deutschen Bezeichnung heran zu ziehen.

 

3.1 Aus dem Finnischen

 

Ergäbe sich durch eine Ableitung aus dem Finnischen die Variante „Sami“ oder „Saami“? Samen leben auch in Finnland und wir könnten überlegen, aus dem Finnischen eine Bezeichnung für die Ursprungsbevölkerung Nordeuropas abzuleiten. Wie schon erklärt verbietet sich dies grundsätzlich (Ausnahmen siehe unten), weil Finnisch keine indoeuropäische Sprache ist.

 

Wenn wir es trotzdem einmal überlegen und versuchen, kommen wir dennoch nicht auf „Sami“.

 
  

  Deutsch  

  
  

  Finnisch  

  
  

  Same     

  
  

  saamelaisten  (Protofinnisch *šämä)

  
  

  Ich   bin Same   

  
  

  Olen   saamelainen   

  
  

  Verband   der Samen in Finnland  

  
  

  Suomen   saamelaisten keskusjärjestö  

  
  

Samisches Filmschaffen   

  
  

Saamelainen   elokuvanteko  

  
  

Samisches Ausbildungszentrum (in Inari/Ánar)

  
  

Saamelaisalueen koulutuskeskus

  
 

Vergl. auch "Suomen Lappalaiset vuoten 1945" (Die finnischen Samen bis 1945) von T. I. Itkonen (Helsinki 1948).

 

Also erschließt sich „Sami“ nicht aus dem Finnischen.

 

3.2 Aus den samischen Sprachen

 

Bliebe noch die Möglichkeit, die deutsche Bezeichnungen für Völker und ihre Angehörigen aus der jeweiligen Eigenbezeichnung eines Volkes abzuleiten. Das geschieht für das Deutsche nur in ganz seltenen Fällen, denn sonst müssten wir "le français/la française" (mit korrekter Betonung und korrektem Nasallaut) sagen ("Er ist Française"); es heißt beispielsweise auch nicht „Nordmann“ für die Norweger und nicht „Íslendingur“ für die Isländer. Nicht einmal für die Basken haben wir eine Bezeichnung aus deren eigener Sprache abgeleitet. Wir müssten dann „Euskaldunak“ sagen, aber wir nehmen als Ausgangsform das französische Basques bzw. das spanische Vascos. Ein seltenes Beispiel für eine Übernahme eines „Originals“ sind die Inuit“, Singular „ein Inuk (wobei fälschlich oft auch alle anderen unter der Sammelbezeichnung „Eskimo“ zusammengefassten Volksgruppen einbezogen werden, obwohl der Anteil der Inuit an ihnen nie größer als 60 % war und sie nur in Kanada die Majorität unter den indigenen Völkern darstellen).

 

Für die Ursprungsbevölkerung Nordeuropas besteht keine Veranlassung, auf eine „Originalbezeichnung“ zurückzugreifen, da uns die dem Deutschen eng verwandten Sprachen Norwegisch und Schwedisch zur Verfügung stehen. Außerdem müssten wir uns, um dem Bedürfnis nach Darstellung der Eigenbezeichnung der Samen gerecht zu werden, für eine Variante aus einer der zehn samischen Sprachen entscheiden oder jeweils die Bezeichnung benutzen, die dem behandelten Thema, der gemeinten Person oder dem beschriebenen Gegenstand entspricht, was dann gar nicht möglich wäre, wenn über die Samen in ihrer Gesamtheit gesprochen/geschrieben wird. Rafael Karsten hat 1955 wohl einen Versuch in diese Richtung gemacht, als er „The Religion of the Samek; Ancient Beliefs and Cults of the Scandinavian and Finnish Lapps“ (Leiden, E.J. Brill) veröffentlichte.

 

Aus den samischen Sprachen lassen sich die Varianten „Sami“ oder „Saami“ als Bezeichnung für das Volk und seine Angehörigen nicht herleiten, denn in keiner der zehn samischen Sprachen sind dies die Eigenbezeichnungen der Ursprungsbevölkerung Nordeuropas.

 

Wie bereits erwähnt enthielt bereits „Meyers Enzyklopädisches Lexikon in 25 Bänden“ von 1977 das Stichwort „Samek – Eigenbezeichnung der Lappen“. 1992 finden wir in „Deutsche Brockhaus-Enzyklobädie“ in Band 19, unter dem Stichwort „Lappen“ die Erklärung: „Eigen-Bez. Samek („Sumpfleute“), Sg. Sabme“.

 

Hier folgen die Eigenbezeichnungen aus den samischen Sprachen mit den meisten aktiven Sprechern.

 
  

Nordsamisch

  
  

  Singular  

  
  

  Plural  

  
  

  nominativ   

  
  

  sápmelaš  

  
  

  sápmelaččat  

  
  

  akkusativ   

  
  

  sápmelačča  

  
  

  sápmelaččaid  

  
  

  illativ   

  
  

  sápmelažžii  

  
  

  sápmelaččaide  

  
  

  lokativ   

  
  

  sápmelaččas  

  
  

  sápmelaččain  

  
  

  komitativ   

  
  

  sápmelaččain  

  
  

  sápmelaččaiguin  

  
  

  essiv   

  
  

  sápmelažžan  

  

          

 

Einige Beispiele aus dem Nordsamischen:  

  

Nordsamisch

  
  

Schwedisch

  
  

Deutsch

  
  

same aetnam  

  
  

Sameland (Sapmi)  

  
  

Samenland (Sapmi, Land der  Samen)  

  
  

Duottar- ja Sámemusea  

  
  

(Svenskt)   Fjäll-  och Samemuseum  

  
  

(Schwedisches) Gebirgs- und Samenmuseum  

  
  

boazosápmelaš 

  
  

Renskötande Same  

  
  

renhütender   Same  

  
  

sápmesearvi  

  
  

sameföreningen

  
  

Samenverein

  
 

Um 1956 gab es in Finnland eine samische Zeitung mit Namen Sápmelaš" und die seit 1918 in Schweden erscheinende Zeitschrift der Samen heißt „Samefolket“.

 

Beispiele aus dem Lulesamischen:  

  

  Lulesamisch   

  
  

  Deutsch  

  
  

  Sábme, Plural Samek  

  
  

  Same, Plural Samen  

  
  

  sáme  ja látte  

  
  

  Same und Norweger  

  
  

  sábmen viessot  

  
  

  als Samen leben  

  
  

  jåhttesábme  

  
  

  nomadisierender  Same  

  
  

  sámediggeválgga  

  
  

  Sametingwahl  (Wahl zum   Samenparlament)  

  
  

  sámegiella  

  
  

  Samisch  (die Sprache)  

  
  

  sámegiella ja suomagiella libá   berajgiela  

  

    Samisch  und Finnisch sind   verwandt    

  

  sámemánájgárde  

  
  

  Samenkindergarten  

  
  

  julevsáme  

  
  

  Lulesamisch  

  
  

  sámeálmmuk  

  
  

  Das  samische Volk  

  
 

Beispiele aus dem Südsamischen:

  

  Südsamisch  

  
  

  Deutsch  

  
  

  saemien-gïele  

  
  

  südsamische  Sprache  

  
  

  Saemie  åålmegebiejjie  

  
  

  Samischer  Nationaltag   (6. Februar)  

  
   

Beispiele aus dem Pitesamischen:

Sábme = Same (Nomativ-Singular)

Sáme = (die) Samen (Nomativ-Plural)

sámekultuvvra = Samenkultur

sameministrar = Samenminister

 

Beispiele aus Ostsápmi, aus Nordostfinnland und von der zu Russland gehörenden Kolahalbinsel:


Кӣллт са̄мь кӣлл (Kiillt saam' kiill) - Kildinsamisch (die Sprache)


Куелнегк Соамет Соббар (Kuelnegk Soamet Sobbar - Versammlung der Kolasamen


Guoládat (njárgga) sámiid searvi GSS - Samische Vereinnigung der Kolahalbinsel  


Murmánskka guovllu Sámesearvi (OOSMO) - Samische Vereinigung der Region Murmansk


Кӣллт са̄мь кӣлл (Kiillt saam' kiill) – kildinsamische Sprache

 

In den samischen Sprachen gibt es Kasusformen der Nomen, die die Bedeutung von Substantiven, Adjektiven, Pronomen und Zahlwörtern haben, zum Beispiel Nordsamisch

„várri“ = Berg – „váris“ = im Gebirge

„Girkonjárggas Girkonjárgii“ =  von Kirkenes nach Kirkenes.


Auch im Deutschen können wir Nomen so beugen, dass sie adjektivisch werden; zum Beispiel Blume – blumig, Haus – häuslich. „Sami“ ist der Genitiv (der im Nordsamischen mit dem Akkusativ zusammen fällt) des nordsamischen Wortes „Sápmi“ mit der adjektivischen Bedeutung „samisch“.


sámi álbmot heißt also als Genitiv von Sápmi = Die Bevölkerung Sápmis

und adjektivisch = das samische Volk/die samische Bevölkerung.


oder zum Beispiel

„Sámi allaskuvla“ = Norwegisch „Samisk høgskole“ = Deutsch „Samische Universität“


Ein paar Beispiele mehr:

  

 Nordsamisch

  
  

  Deutsch  

  
  

Sámi   Duodji

  
  

Samisches  Handwerk  

  
  

Internašunála   Sámi Filmaguovddáš

  
  

Internationales  samisches Filmzentrum (mit Sitz in   Guovdageaidnu/Kautokeino)  

  
  

Sámi   siida

  
  

samischer Familien- und   Arbeitsverband  / samischer Wohnplatz

  
  

Sámi   rádio

  
  

Samischer Rundfunk  

  
  

Sámi   silba gasskaájge

  
  

Samisches Silber im Mittelalter 

  
  

sámi   suop­maniin

  

 

  
  

Samische Dialekte

  
  

 

  

Sámi čáppagirjjálašvuohta

  
  

 

  

samische Schönliteratur

  
  

Sámi Dáiddárráđđi

  
  

samischer Künstlerrat


  
 

4. Schluss

Die Wörter „Sami“ und „Saami“ gibt es in der deutschen Sprache nicht. Sie sind auch nicht Eigenbezeichnungen der Samen in den samischen Sprachen. Sie sind auch nicht aus den im Siedlungsgebiet der Samen gesprochenen nicht samischen Sprachen Norwegisch, Schwedisch und Finnisch ableitbar.


Wenn in deutschen Texten dies aus dem Englisch-Amerikanischen übernommen wird, ist das falsch, ein grober Fehler.


Auch in Norwegen, Schweden und Finnland, also im Siedlungsgebiet der Samen,  sagt man nicht "Sami", sondern samene, samerna und saamelaiset! Im Ungarischen heißen die Samen "Számik" (sic!), im Französischen "les sames", Dänisch "samer", Niederländisch "saamen", und so weiter.

   

„Die Samen“ (Singular ein Same) ist die deutsche Bezeichnung der in Norwegen, Schweden, Finnland und auf der zu Russland gehörenden Kolahalbinsel lebenden Ursprungsbevölkerung Nordeuropas.  

.  


Exkursion


Also bin ich auf keine Erklärung gestoßen, warum es eventuell doch „Sami“ oder "Saami" heißen könnte.

 

Dán áiggi leanamma Sámi dahje Saami váldojuvvon atnui eŋgelasgielas, ja nu maiddái ohcangirjjiin  ja máilmmeviidosaš álgoálbmot ovttasbarggus gos sámit leat aktiivvalaččat oassálastán.

 

Allerdings hat sich im englischsprachigen Raum in den letzten Jahren „Sami“ als Bezeichnung für die Ursprungsbevölkerung Nordeuropas immer mehr durchgesetzt (obwohl dies auch für das Englische eine falsche Adaption ist) und es ist zu vermuten, dass diejenigen unter den Deutschen, die dem Englischen und noch viel mehr dem Amerikanischen aufgeschlossenen sind, dies von dort übernommen haben. Ich vermute, dass es sich um eine Übernahme aus dem Englisch-Amerikanischen handelt und dann finde ich auch eine Erklärung, wenn auch eine etwas merkwürdige, wie das von statten gegangen sein könnte.

 

"Sami" ist nämlich das nordsamische Adjektiv "samisch". Wie es die Englisch sprechenden Menschen fertig gebracht haben, aus dem nordsamischen Adjektiv  "sami“ die Bezeichnung für das Volk und seine Angehörigen zu machen, ist wirklich ein bisschen merkwürdig, denn auch Englisch ist eine indoeuropäische Sprache, in dem Fall eine westgermanische Sprache, die den gleichen linguistischen Gesetzmäßigkeiten unterliegt wie Deutsch (und Norwegisch und Schwedisch) und es müsste also heißen

 
    

  Deutsch  

    

  Schwedisch  

    

  Englisch  

    

  ein  Same  

    

  en  same  

    

  one  same  

    

  zwei  Samen  

    

  två  samer  

    

  two  sames  

    

  die  Samen  

    

   Samerna  

    

  the  Sames  

 Das zugehörige Adjektiv „samisch“ sollte also „samic“ sein („the samic languages“ = die samischen Sprachen). Ich kenne noch die Zeiten, in denen folgerichtig auch in der englischsprachigen Literatur "The Sames" oder "The Saames" gebraucht wurde. Zum Beispiel Gutorm Gjessing, 1956: „Mountain-Saames (Mountain-Lapps) Fishing at the Sea-Coast in the 17th and 18th Centuries” (ARCTICA, Studia Ethnographica Upsaliensia XI) und Israel Ruong, New York 1982:Saamepoetry Modern Scandinavian poetry ... 1900-1975”. Und um sich in der englischsprachigen Welt und international bemerkbar zu machen,benutzen auch – vorwiegend junge – Samen in ihren internationalen Auftrittendiese Version, zum Beispiel "It's not a shame to be a Same!" oder"Same - same but different!" oder auf internationalen Treffenund Konferenzen von Ursprungsvölkern "Different battles - Samestruggles!" Und hier als kleine Zwischenbemerkung das Beispiel, wie esrichtig ist, wenn man die "Originalversion"benutzt: "I'm proud to be a Sápmelaš!"    


Das nordsamische Adjektiv „sami“ wird offenbar schlicht ins Englische übernommen, wie beispielsweise in

 
    

Nordsamisch

    

  Englisch  

    

  Deutsch  

    

Sámi Duodji

    

Sami handycraft  

    

Samisches  Handwerk  

    

Internašunála Sámi Filmaguovddáš

    

International Sami Film Centre  

    

Internationales  samisches  Filmzentrum (mit Sitz in  Guovdageaidnu/Kautokeino)  

    

Sámi siida

    

Sami siida  

    

samischer  Familienverband  

    

Sámi rádio

    

Sami Radio  

    

Samischer  Rundfunk  

      

Sámi silba gasskaájge 

    

Sami  silver  in the middle ages  

    

Samisches  Silber im Mittelalter  


  The  sami people    

  Das samische Volk    

 

Und da ist der Anfang der Erklärung: The Sami people, das samische Volk, und das wird dann verkürzt zu „the Sami“. Zum Beispiel

 
         


  Norwegisch    

  Deutsch    

  Englisch    

  Sámiid Álbmotlihttu    

  Samenes Folkeforbund    

  Volksbund  der Samen    

  People’s  federation of  the Sami    

 

Wer im Deutschen „sie ist Sami“ sagt, sagt also eigentlich „sie ist samisch“. So bilden wir aber im Deutschen nicht die Bezeichnung für Völker und ihre Angehörigen, nein!

 

Ich habe in ein Wörterbuch im Netz das englische Suchwort „Sami“ eingegeben und bekam als deutsches Wort „Same“ zur Antwort – interessant auch das.

Es gibt keine Veranlassung, meine samischen Freunde mit einem anglo-amerikanischen Wort zu benennen. Wir sagen  auch nicht „mountain“, sondern gáisi, bákti, čohkka, čorru, wir wohnen nicht im tippi, sondern im lavvu

 

Gerade wer sich mit Fragen von „Identität und Sprache“ befasst und sich für ethnische Minderheiten engagiert, legt Wert darauf ,Sprachen vor dem Verschwinden zu schützen und Sprache als identitätsstiftendenTeil von „Kultur“ zu erhalten. Schon genug Sprachen verschwanden und verschwinden seit der Industrialisierung und der Entfesselung der Ökonomie. Von den noch existierenden ca. 7.000 Sprachen sind an die 25 % vom Aussterben bedroht (Tatsuya Amano: Thriving economies, disappearing languages, September 2014). Deshalb werden staatliche, kommunale und private Programme aufgelegt, Minderheitensprachen an die kommenden Generationen weiter zu geben.

 

Die Übernahme von Worten aus einer anderen Sprache geschieht entweder zusammen mit der zu übernehmenden Begrifflichkeit (zum Beispiel Worte aus dem Ackerbau gingen in die Sprachen ursprünglicher Jäger- und Sammlerkulturen zusammen mit dem Übergang zur Sesshaftigkeit und zu Ackerbau und Viehzucht) oder – wie Tove Bull (in „Språk och språkforhold i kontakttypologisk perspektiv“, Berlin 2007) zutreffend konstatiert – mit der Absicht, sich mit der Ausgangskultur eins zu fühlen und Zugehörigkeit zu erzeugen. Eine solche „Zugehörigkeit“ zur amerikanischen Kultur wünsche ich aber gar nicht; einer Kultur, die ihren "Erfolg" dem Völkermord und der Sklaverei verdankt (Henry Knox, erster Verteidigungsminister der USA, schrieb über den Genocid an der Ursprungsbevölkerung: "Our modes . . . have been more destructive to the Indian natives than the conduct of the conquerors of Mexico and Peru. A future historian may mark the causes of this destruction of the human race in sable colors" - zitiert nach North Callahan  (1958): Henry Knox: General Washington's General. New York: Rinehart, S. 337) Wer sich für indigene Völker engagiert, engagiert sich ja gerade für den Erhalt ihrer Kulturen und für eine weltweite kulturelle Vielfalt. Kulturelle Vielfalt beginnt damit, sich auf Unterschiede einzulassen und sich dem Plattwalzen durch beispielsweise den amerikanischen Kulturimperialismus zu widersetzen (und nicht auch noch ihm willig Vorschub zu leisten). Heinrich Heine träumte während seiner Studienzeit bei Hegel in Berlin von einem politisch vereinten Europa, das keiner Nationalstaaten mehr bedurfte, in dem aber die verschiedenen Kulturen ihre Eigenheiten und Eigenständigkeiten bewahren würden; “die schönen Besonderheiten“ nannte er das. Diese Formulierung war ihm gekommen, als ihm bei seinem Besuch in Polen die auch für ihn als deutschen Juden seltsam anmutenden „Besonderheiten“ der jüdisch-polnischen Kultur zu Herzen gegangen waren. (Heinrich Heine: Über Polen) Johann Gottfried Herder kommentiert zwei von Kleist nachgebildete „Lieder der Lappen“: ”Wahrlich so ist das menschliche Herz und die volle Einbildungskraft nie wirksamer als in den Naturgesängen solcher Völker. Sie öffnen das Herz, wenn man sie höret, und wie viele Dinge in unsrer künstlichen Welt schließen und mauern es zu!“ (Johann Gottfried Herder: Von Ähnlichkeit der mittlern englischen und deutschen Dichtkunst, nebst Verschiednem, das daraus folget). Wie viel wird heutzutage  durch die Globalisierung zugemauert?!

 

Einer der größten Freunde und Erkunder der „Lappen“, Ernst Mauritz Manker, hat in der Wissenschaftssprache seiner Zeit veröffentlicht, Deutsch, zum Beispiel "Die lappische Zaubertrrommel: eine ethnologische Monographie" (1938 – 1950). Heute ist Englisch die Lingua franka unserer Zeit und in Suchmaschinen und im internationalen Umgang verbreitet; auch Samen, die aktiv an internationaler Zusammenarbeit der Ursprungsbevölkerungen teilnehmen wissen, dass sie dort als „the Sami“ bezeichnet werden. Das ändert aber nichts daran, dass „Sami“ weder der Eigenname der Samen ist, noch die Bezeichnung für sie in einer der Sprachen in ihrem Siedlungsgebiet und auch nicht das deutsche Wort für die Ursprungsbevölkerung Nordeuropas. Es sind „Die Samen“, Singular „ein Same“.   

 

Im Internetz kursieren aber dennoch falsche Versionen der Bezeichnung für die Samen. Wer möchte, dass seine Veröffentlichungen über Sápmi und die Samen durch Suchmaschinen im Netz gefunden wird, versteckt zu diesem Zweck mitunter die Worte Sámi, Sami, Saami, Lappland, Lappen auf seinem Platz im Netz. Siehe als Beispiel das Museum Europäischer Kulturen http://www.smb-digital.de/eMuseumPlus?service=direct/1/ResultLightboxView/result.t1.collection_lightbox.$TspTitleImageLink.link&sp=10&sp=Scollection&sp=SfieldValue&sp=0&sp=0&sp=3&sp=Slightbox_3x4&sp=12&sp=Sdetail&sp=0&sp=F&sp=T&sp=21




 

 

 

die Samen Sápmi Samerna
Die Samen - Erklärung in der Kurzversion

 

 

die Samen Sápmi Samerna Sápmelaš

 

 

   

 

Sápmilea namma sápmelaččaid árbevirolaš guovllus. Sápmi sátni gávdno buot sámi suop­maniin. Dat vuolgá dan namas maid sámit ieža geavahit alcceseaset, sámit dahje sápme­­ laččat. Ovdalaš áigge gohčoduvvojedje sápmelaččat iešguđetlágan namahusaiguin eará gielain, nu go «lapper» dahje «finner» dárogillii, «lappar» ruoŧagillii ja «lappalaiset» suoma­ gillii.      


 

die Samen Sápmi Samerna Sápmelaš

 

 

 

Nun habe ich schon als Kind gelernt, dass ich immer neugierig sein soll und dass ich meinem Gehirn nichts Fröhlicheres anbieten könnte, als zu lernen. Als „Fundstelle“ für diese Behauptung hätte ich in meiner Kindheit nur angeben können: „Persönliche Mitteilungen von Otto Gruda“ (von meinem Vater also). Es ist bis heute umstritten, ob solche „Quellen“ überhaupt „zitierfähig“ sind, obwohl es auch in wissenschaftlichen Arbeiten immer wieder einmal diesen Einschub gibt („Persönliche Mitteilung von . . . am. . .“). Doch da ich dem Rat meines Vaters gefolgt bin und neugierig war (intracranial self-stimulation), kann ich heute zitierfähige Belegstellen dafür angeben, dass lernen Spaß macht, wie zum Beispiel James Olds und Peter Milner, "Positive reinforcement produced by electrical stimulation of septal area and other regions of rat brain" in Journal of Comparative and Physiological Psychology. 1954 Dec; 47(6), sowie Hans E. Utz: „Zur Bedeutung der Neurowissenschaften für die Pädagogik – Eine Zwischenbilanz über den Nutzen neurowissenschaftlicher Erkenntnisse in der Heilpädagogik.“ in der Fachzeitschrift des Berufs- und Fachverbandes Heilpädagigik e.V. Teil I: Heft 2006/3 und Teil II: Heft 2006/4, Angeline Lillard und Nicole Else-Quest: „Evaluating Montessori Education.“ Science 313, 2006, und Torkel Klingberg: ”Den lärande hjärnan: Om barnsminne och utveckling”. Stockholm, Natur & Kultur, 2011 und schließlich die Arbeiten von Graichen, 1979, 1992, 1999.

 

Oder um es kurz zu machen: Ich lerne gerne! Das verursacht Freude und Zufriedenheit!


Samisch Samen Sapmi Sprache Lulesamisch Nordsamisc
Samische Pflanzen in Laponia - Schwedisch, Lulesamisch, Nordsamisch